#dannwaehldoch - Wahlprüfsteine aus der Sicht junger Menschen

Was Jugendlichen, Erst- und Jungwähler*innen in Sachsen für die Wahlentscheidung wichtig ist

Es ist nicht immer leicht, zu entscheiden welche Person oder Partei man überhaupt wählen will. Wichtig ist, dass man weiß, was man selbst möchte und sich dann einen Überblick verschafft, was die Parteien anbieten. Wahlprüfsteine können helfen. In diesen Wahlprüfsteinen schauen Jugendliche aus eigener Perspektive auf die Programme der Politiker*innen und Parteien.


Schritt 1: Was wollen junge Menschen wissen?

Junge Menschen konnten ihre Fragen an Politiker*innen schicken. Probleme, die Jugendlichen in Sachsen sehen, Dinge, die sich verändern sollten, aber auch Fragen zu den Wahlprogrammenwurden formuliert. Das kann sich konkret auf ihren Alltag, ihre Freizeit oder auf das ganze Land beziehen.

Aus den Fragen hat eine Jugendjury Wahlprüfsteine entwickelt.

 

Schritt 2: Was haben Parteien jungen Menschen zu sagen?

Die Wahlprüfsteine werden den sächsischen Parteien, die zur Landtagswahl antreten gesendet und eine knappe Antwort erbeten. 

Um Antwort gebeten werden die Landesgeschäftsstellen folgender Parteien (in alphabetischer Reihenfolge):

AfD Sachsen

Bündnis 90/ Die Grünen Sachsen

CDU Sachsen

Die Linke Sachsen

Die Partei Sachsen

FDP Sachsen

SPD Sachsen

Tierschutzpartei Sachsen

Die Auswahl ergibt sich aus den Parteien, die bereits im Landtag vertreten sind zuzüglich der Parteien, die bei vergangenen U18 Wahlen Ergebnisse über 5% erzielen konnten.


Schritt 3: Alles im Überblick auf Instgram und als Plakat

Die Positionen der Parteien werden als Wahlprüfsteine zur Verfügung gestellt. Hier auf der Website und unter #dannwaehldoch auf Instagram. 

Aber sie können und sollen auch genutzt werden, sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Dafür gibt es eine Synopse. 

Interessant ist auch, wie junge Menschen zu den Fragen der Wahlprüfsteine stehen - auch sie bekommen auf Instagram ein Forum, zu kommentieren, zu liken und selbst Position zu beziehen. 

Die Wahlprüfsteine - Wie sind sie entstanden?

Junge Menschen sollen die Möglichkeit haben, an der sächsischen Landtagswahl 2019 teilzunehmen.  Doch es ist nicht immer leicht, zu entscheiden wen man überhaupt wählen soll. Um jungen Menschen diese Entscheidung zu erleichtern, können die Wahlprüfsteine helfen. Das bedeutet, dass die Jugendlichen aus eigener Perspektive auf die Programme der Politiker schauen.

Der erste Schritt dafür war, dass uns junge Menschen ihre Fragen zuschicken konnten, die sie an die Politiker haben.  Probleme die Jugendlichen in Sachsen sehen, Dinge die sich verändern sollten, aber auch Fragen zu den Wahlprogrammen haben die Jugendlichen an uns formuliert. Das konnte sich konkret auf ihren Alltag, ihre Freizeit oder auf das ganze Land beziehen.

Auf Grundlage dieser Fragen, haben wir gemeinsam mit einer Jugendjury schließlich 15 Wahlprüfsteine entwickelt, welche nun an die Parteien geschickt wurden, die zur sächsischen Landtagswahl zur Wahl stehen.  Die Politiker sollen auf diese Fragen kurz und knapp mit 600 Zeichen antworten und Stellung beziehen.

Wofür stehen Sie in der Jugendpolitik? Was unterscheidet Sie von den anderen Parteien?

Wir fürchten, die extrem vereinfachten Bedingungen für die Abhörung von Telefon und Handy oder verdachtsunabhängige Personen- und Ausweiskontrollen werden Jugendliche besonders treffen. Wir halten uns eben viel im Freien auf und sind oft in Gruppen unterwegs. Wie können Sie sicherstellen, dass wir nicht in unseren Grundrechten eingeschränkt werden? 

Es gibt für Jugendliche zu wenige Räume oder Treffpunkte die sie unkompliziert nutzen können, um sich frei zu entfalten. Wir müssen darum auf öffentliche Plätze wie z.B. Parkplätze, Spielplätze oder Einkaufzentren ausweichen. Wie und wo ermöglichen Sie uns mehr Freiräume?

Viele Jugendliche kiffen in ihrer Freizeit hin und wieder. Wie stehen Sie zur Legalisierung von Cannabis?

Drogen- und Gewaltpräventionsangebote durch Polizeibeamt*innen in Schulen erreichen offenbar nicht alle Jugendlichen. Welche alternativen zeit- und altersgemäßen Angebote und Maßnahmen im Bereich Prävention können Sie schaffen?

Viele Schüler*innen wünschen sich mehr praxisbezogenes Wissen, das sie auf das selbstständige Leben vorbereitet. In den Bereichen Mietsachen, Steuererklärung, Versicherungen vermittelt Schule nicht genug Wissen. 

Wie schätzen Sie die Schüler*innenorientierung sächsischer Lehrpläne ein? Wie sollen Schüler*innen oder Schulabsolvent*innen in die Lehrplangestaltung miteinbezogen werden?

Uns ist es wichtig, dass jeder junge Mensch mit seinen Anliegen, Fragen und auch Problemen ernst genommen wird. Dafür braucht es aus unserer Sicht unterschiedliche Ansprechpartner*innen. Was planen Sie, um allen Jugendlichen ein Unterstützungs- und Hilfesystem entsprechend dem individuellen Bedarf zugänglich zu machen?

Für die Freizeit aber auch für Schule und Arbeitswelt ist ein guter Zugang zum Internet heutzutage unerlässlich.

In vielen Orten im ländlichen Raum aber auch in zahlreichen Schulen ist das nicht gegeben.

Was tun Sie, damit wir überall und reibungslos online sein können?

Handys werden nahezu immer und überall von allen benutzt. In Schulen ist es häufig grundsätzlich verboten. Uns ist es wichtig, einen verantwortungsvollen Umgang mit den Geräten zu lernen.

Wie stehen Sie dazu, die Benutzung von Handys an Schulen grundsätzlich und einheitlich geregelt, zu erlauben?

Wir als Junge Menschen sind häufig mehr als alle anderen auf den ÖPNV angewiesen. Je weiter man aus den Städten rausfährt, desto schlechter wird die ÖPNV-Anbindung. Hinzu kommen die hohen Kosten. Wie wollen Sie unsere Mobilität gerade im ländlichen Raum erleichtern?

Wir wollen ein weltoffenes Sachsen.

Was tun Sie für internationale Jugendbegegnungen und dafür, dass sie allen Jugendlichen zugänglich sind unabhängig bspw. von Inklusionsbedarf oder finanziellen Möglichkeiten?

Schüler*innen nehmen an den „FridaysForFuture“- Demonstrationen teil, nicht, weil sie die Schule schwänzen möchten, sondern, weil ihnen das Klima und die Erde am Herzen liegen! Schließlich streikt die Bahngewerkschaft auch nicht an einem Sonntag. Wie können Sie die engagierten Jugendlichen darin stärken, sich an wichtigen Diskussionen um Zukunftsfragen wie dem Klimawandel zu beteiligen?

Was macht Ihre Partei, um eine nachhaltige Landwirtschaft zu fördern und so die Umwelt zu schonen? Wir denken dabei an Massentierhaltung und Pestizide, aber auch an die Unterstützung von Bio-Bauern.

Als junge Menschen, leben wir gerne in Sachsen und können uns gut vorstellen, hier zu arbeiten. Die im Vergleich zu anderen Bundesländern niedrigeren Löhne und der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern sind aber sehr unattraktiv. Das führt zu Abwanderung. Wie werden Sie dem entgegenwirken?

Wir haben eine Meinung und wollen eine Stimme. Werden Sie das Wahlalter absenken?

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